Freitag, 21. November 2014

Schmuck mit Stauraum

WAS MAN IN DIESEN MINI-HANDTASCHEN SO ALLES TRANSPORTIEREN KANN...
"Instant Fame Pills" und Mini-Täschchen von Tonya Hawkes 
Erinnert sich noch jemand an diesen großartigen Film "Eiskalte Engel"? Ich habe ihn das erste Mal mit 12 Jahren gesehen, ja ich weiß, ist nicht gerade ein jugendfreier Streifen. Nennenswerte Schäden habe ich trotz der teils ziemlich expliziten Szenen allerdings nicht davon getragen. Viel mehr bin ich der Meinung, dass man von diesem Film eine ganze Menge lernen kann. Zum Beispiel, was sich in einem gewöhnlichen Schmuckstück so alles verstauen lässt. Eiskalte-Engel-Chefin Kathryn Merteuil macht's vor: sie trägt nämlich immer ein großes Kruzifix um den Hals, das ganz schulsprechermäßig und seriös rüberkommen soll, obwohl die schlaue Kathryn darin stets eine Prise Koks für die aufmunternde Line zwischendurch transportiert. Was wir hier sehen, ist viel mehr als eine Halskette - nämlich eine Kreuzung aus Schmuckstück und Handtasche, in der viele Frauen ja bekanntlich ebenfalls lauter dubiose Inhalte mit K horten. Zum Beispiel Kräuterbonbons. Oder Kondome. Oder geklaute Kugelschreiber. 

Montag, 17. November 2014

Winter Sonne Sonnenschein

UND EIN MANTEL SO BLAU WIE DER HIMMEL IM AUGUST
Ein Blick ins Archiv dieses Blogs offenbart auf erschreckende Weise, wie griesgrämig ich im letzten Jahr zu dieser Zeit drauf gewesen sein muss. Banalerweise gab es für die miese Stimmung damals gar keinen triftigen Grund, einzig und allein der Wetterumschwung bedeutete für mich anscheinend ein Erlebnis von dramatischem Verlust an Lebensfreude. "Wie überlebe ich den Winter - Teil 1" schrieb ich da, als wäre die nördliche Hemisphere von einer Seuche heimgesucht worden, vor der man sich nur mit spezieller Ausrüstung hüten könne - ansonsten sei man dem Dahinsiechen der Menschheit gnadenlos ausgeliefert.  

Donnerstag, 13. November 2014

Big Apple

INNERER MONOLOG AUS DEM LAND DER UNBEGRENZTEN SUPERMÄRKTE
New York City, Donnerstagnachmittag, 5 PM Ortszeit. Ich trete aus der Bibliothek der NYU. Ein scharfer Herbstwind fegt über den Washington Square. Genug studiert. Ich habe ein bisschen Hunger. Lunch war doch gerade erst? Ich überschlage im Kopf, was ich heute schon alles gegessen habe: Oatmeal zum Frühstück, Chicken Wrap zum Mittagessen, vor einer Stunde ein Açaí-Smoothie; wie New Yorkerisch kann man eigentlich werden nach nur drei Monaten in dieser Stadt? Egal, jetzt erstmal einkaufen. Wie alle New Yorker und Wahl-New Yorker ist mein Kühlschrank zuhause leer bis auf einen halbvollen Becher Joghurt und eine Tüte Tiefkühlblaubeeren. Ich esse schrecklich gern, aber zum Kochen bin ich zu ungeduldig. Und in New York speist sowieso keiner zuhause, alle gehen ins Restaurant, macht mehr Spaß. Aber gestern kam die Kreditkartenabrechnung, und da ist mir wirklich der Appetit vergangen. Jetzt erstmal kein Dinner auswärts. Ab in den Supermarkt. 

Dienstag, 11. November 2014

Schau-genau-Mode

COPERNI FEMME ENTWERFEN KLEIDER FÜR DEN ZWEITEN BLICK
Seit 1971 gibt es in Deutschland das Konzentrationsspiel „Schau genau“. Kinder der Babyboom-Generation werden es noch aus ihrer Grundschulzeit kennen. Man ordnet dabei 16 Karten mit nahezu identischen Abbildungen – zum Beispiel einem Schneemann oder einer Froschfamilie – den deckgleichen Bildern auf einer Legetafel zu. Das ist nicht so einfach, wie es klingt, weil sich die 16 Schneemänner bis auf marginale Unterschiede tatsächlich ziemlich ähnlich sehen und man demnach wirklich genau zu schauen hat.

Sonntag, 9. November 2014

Leben in der Horizontalen

DER DIWAN IST EIN KLASSIKER FÜR LEISTUNGSBEREITE HEDONISTEN 
Diwan von De Sede
Für Menschen, die beim Essen gerne die Beine hochlegen, gibt es ein hervorragendes Möbelstück, das im Laufe der Jahrhunderte allerdings zum Erstaunen aller Beteiligten völlig aus der Mode gekommen ist: der Diwan. Im alten Rom hieß das lehnenfreie Römersofa dreiliegiges Triclinium, was verwirrend ist, denn tatsächlich ist der Diwan für eine Person gedacht, nicht für drei. Gerüchten zufolge sollen die Leute in der Antike bei ihren groß angelegten Festessen so viel gegessen haben, dass die Damen sich zur Erleichterung des ventriculus zwischendurch eine Pfauenfeder in den Hals steckten. Bulimie war damals wohl noch keine verbreitete Essstörung, es muss also wirklich viel zu Essen gegeben haben. Da schien es sinnvoll, sich bereits während des Speisens in eine horizontale Position zu begeben. Im Liegen machen Fressorgien einfach mehr Spaß.