Dienstag, 25. November 2014

Der Busen ist zurück

UND DAS SCHÖNER DENN JE
Das wahrscheinlich aufregendste Ereignis, das sich je in der Karriere von Angela Merkel abgespielt hat, begab sich an einem Frühlingsabend im Jahr 2008, als die Bundeskanzlerin zu Gast im Osloer Opernhaus war. Frau Merkel lauschte an diesem Abend der Oper "In 80 Tagen um die Welt" von Gisle Kverndokk, aber diese Information ist wirklich nebensächlich, wenn wir uns daran erinnern, in welchem Outfit die Merkel an jenem Abend auftrat: sie trug ein samtenes schwarzes Abendkleid mit Dekolleté von geradezu barocken Ausmaßen, und mauserte sich damit wohl zur meistfotografierten Politikerin des Jahres. Oder des Jahrzehnts. 

Montag, 24. November 2014

Musikrubrik #36: Hängematte zum Aufdrehen

WÄRMENDE KLÄNGE FÜR KALTE TAGE

Neulich war ich morgens um 7 Uhr auf der Williamsburg Bridge laufen - so was macht man wirklich nur in New York, wo einen die dauerelektrisierte Schlaflosigkeit noch vor dem Sonnenaufgang ganz vital aus den Federn springen lässt. Es wurde schon hell, aber die Luft war so kalt und der Wind so frostig, dass mir die Augen tränten und die Tropfen auf meinen Wangen festfroren. Wirklich wahr! Noch schöner als die Eiszapfen in meinem Gesicht war allerdings die Musik, die mir zu diesem erfrischenden Erlebnis in den Ohren klang.

Freitag, 21. November 2014

Schmuck mit Stauraum

WAS MAN IN DIESEN MINI-HANDTASCHEN SO ALLES TRANSPORTIEREN KANN...
"Instant Rock Star Hair Capsules" und Nudelbox-Täschchen von Charlotte Olympia
Erinnert sich noch jemand an diesen großartigen Film "Eiskalte Engel"? Ich habe ihn das erste Mal mit 12 Jahren gesehen, ja ich weiß, ist nicht gerade ein jugendfreier Streifen. Nennenswerte Schäden habe ich trotz der teils ziemlich expliziten Szenen allerdings nicht davon getragen. Viel mehr bin ich der Meinung, dass man von diesem Film eine ganze Menge lernen kann. Zum Beispiel, was sich in einem gewöhnlichen Schmuckstück so alles verstauen lässt. Eiskalte-Engel-Chefin Kathryn Merteuil macht's vor: sie trägt nämlich immer ein großes Kruzifix um den Hals, das ganz schulsprechermäßig und seriös rüberkommen soll, obwohl die schlaue Kathryn darin stets eine Prise Koks für die aufmunternde Line zwischendurch transportiert. Was wir hier sehen, ist viel mehr als eine Halskette - nämlich eine Kreuzung aus Schmuckstück und Handtasche, in der viele Frauen ja bekanntlich ebenfalls lauter dubiose Inhalte mit K horten. Zum Beispiel Kräuterbonbons. Oder Kondome. Oder geklaute Kugelschreiber. 

Montag, 17. November 2014

Winter Sonne Sonnenschein

UND EIN MANTEL SO BLAU WIE DER HIMMEL IM AUGUST
Ein Blick ins Archiv dieses Blogs offenbart auf erschreckende Weise, wie griesgrämig ich im letzten Jahr zu dieser Zeit drauf gewesen sein muss. Banalerweise gab es für die miese Stimmung damals gar keinen triftigen Grund, einzig und allein der Wetterumschwung bedeutete für mich anscheinend ein Erlebnis von dramatischem Verlust an Lebensfreude. "Wie überlebe ich den Winter - Teil 1" schrieb ich da, als wäre die nördliche Hemisphere von einer Seuche heimgesucht worden, vor der man sich nur mit spezieller Ausrüstung hüten könne - ansonsten sei man dem Dahinsiechen der Menschheit gnadenlos ausgeliefert.  

Donnerstag, 13. November 2014

Big Apple

INNERER MONOLOG AUS DEM LAND DER UNBEGRENZTEN SUPERMÄRKTE
New York City, Donnerstagnachmittag, 5 PM Ortszeit. Ich trete aus der Bibliothek der NYU. Ein scharfer Herbstwind fegt über den Washington Square. Genug studiert. Ich habe ein bisschen Hunger. Lunch war doch gerade erst? Ich überschlage im Kopf, was ich heute schon alles gegessen habe: Oatmeal zum Frühstück, Chicken Wrap zum Mittagessen, vor einer Stunde ein Açaí-Smoothie; wie New Yorkerisch kann man eigentlich werden nach nur drei Monaten in dieser Stadt? Egal, jetzt erstmal einkaufen. Wie alle New Yorker und Wahl-New Yorker ist mein Kühlschrank zuhause leer bis auf einen halbvollen Becher Joghurt und eine Tüte Tiefkühlblaubeeren. Ich esse schrecklich gern, aber zum Kochen bin ich zu ungeduldig. Und in New York speist sowieso keiner zuhause, alle gehen ins Restaurant, macht mehr Spaß. Aber gestern kam die Kreditkartenabrechnung, und da ist mir wirklich der Appetit vergangen. Jetzt erstmal kein Dinner auswärts. Ab in den Supermarkt.