Sonntag, 17. März 2013

DIY: Zeitgemäße Armbekleidung



In den letzten Jahren hat der Ärmel als Kleidungsstückelement in der Mode enorm an Bedeutung gewonnen. Jedes Körperteil scheint seine besondere Ära zu haben, in den Vierziger Jahren war es die Hüfte, auf der ein besonderes Augenmerk lag und die den Bund eines Kleides tiefer rutschen ließ, in den 50ern hatte die Taille Hochkonjunktur, während mit Grace Jones in den 80ern breite Schultern en vogue wurden.

Heute aber möchte die Modewelt offenbar unseren Armen besondere Aufmerksamkeit schenken und kleidet uns daher in Oberteile und Mäntel mit auffällig geformten Ärmeln. Jede Ärmelsilhouette erzählt ihre eigene Geschichte: der Keulenärmel steht dank seiner muskulösen Optik für ein starkes und selbstbewusstes Frauenbild, Trompetenärmel mit Volants sorgen für Schwung am Handgelenk und können exzentrisch wie die aufgespannten Federn eines Pfaus wirken, der sein Rad schlägt. Weite Fledermausärmel verleihen eine gewisse glamouröse Dramatik, während enganliegende Exemplare unsere sportliche Ader betonen oder Wackelpuddingarme entblößen können. Wer will, kann die konventionelle Funktion der Ärmel eines Blazers oder Mantels auch einfach ignorieren und gar nicht erst hineinschlüpfen. Daraus resultiert der lässige Mantelüberwurf, eine derzeit sehr populäre Modeerscheinung auf Straßen und Laufstegen. Faszinierend, wie sich ein kompletter Look doch mit Form und Art eines einzigen Kleidungselements wandeln kann!

Dieser Beobachtung folgend lag auch bei meinem jüngsten Nähexperiment der Fokus auf der besonders zeitgemäßen Gestaltung der Ärmelpartien. Das Schnittmuster, das ich für das hier abgebildete kantige Oberteil verwendet habe, entstammt der aktuellen Ausgabe des CUT Magazins. Laut Anleitung und Schnitt sollte es mit geraden, kurzen Ärmeln versehen werden, aber gegen eine derartige Ödnis konnte ich mich nur sträuben, zudem möchte ich als überzeugte Feministin gerne ein starkes Frauenbild propagieren - also wurden die Langweiler-Ärmel kurzerhand in eine voluminöse Kreuzung aus Keulen- und Trompetenärmel verwandelt. Zum selbstgeschneiderten Einzelstück aus Marimekko-Stoff trage ich ganz viel Mainstream: eine Hose von H&M, Pumps von Zara, einen Mantel von COS und eine Mütze von American Apparel






Kommentare :

  1. Sehr schöne Ärmel... diese Mode werden unsere Mamas vor allem lieben!

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  2. Großartiges Outfit und tolles Oberteil! Gehst du in die Massenproduktion?
    ich würde es nehmen.

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  3. Dein Oberteil ist schön geworden! Unikate bringen immer ein ganz besonderes und selbstbewusstes Tragegefühl mit, wie ich finde.

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  4. die Ärmel sind echt schön, aber durchaus keine Mischung aus Keulen und Trompetenärmel, sondern eine art Kimono/Passenärmel, mir fällt der genaue Name nicht ein, liegt schnitt/verarbeitungs technisch irgendwo zwischen Kimono und Raglan ärmel :) Aber soweit ich das sehen kann, ist er sogar recht gut gefertigt!

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